OPC

1948 entdeckte Jack Masquelier die OPC während er die Inhaltsstoffe der roten Innenhäute von Erdnüssen auf giftige Bestandteile hin untersuchte. Dabei fand er eine farblose Substanz,  bei der Identifikation stieß er auf einige Verbindungen und nannte diese OPC.

OPC, das sind Oligomere Procyanidine oder Proanthocyanidine. Sie gehören zur Gruppe der Flavanole, jedoch nicht zur Gruppe der Flavonoide, denen sie manchmal fälschlicherweise zugeordnet werden.

1955 konnte Masquelier den Nachweis erbringen, daß die gleichen oligomeren Procyanidine auch in den Kernen und Schalen der Weintrauben vorkommen und dass diese Flavanole den Flavonoiden wie z. B. Rutin (das laut Masquelier nicht bioverfügbar ist) im Hinblick auf ihre Wirkung überlegen sind. Dagegen besitzt OPC eine nahezu 100%tige Bioverfügbarkeit.

OPC kommt in den meisten Pflanzen vor und ist daher auch von jeher Bestandteil der Nahrung des Menschen. Da OPC genauso wie das Vitamin C vom menschlichen Körper nicht selbst produziert werden kann, muss auch dieses mit der Nahrung von außen zugeführt werden. OPC kommen vor allem in Traubenkernen (Traubenkernmehl), der Schale und dem Laub roter Trauben, in den roten Häutchen von Erdnüssen, in Kokosnüssen, in Äpfeln und in der Rinde der Strandkiefer (Pinus Maritima) vor. Besonders die Schalen und Kerne sowie die Kerngehäuse enthalten hohe Mengen an OPC.

OPC dienen den entsprechenden Pflanzen vermutlich als Fraßschutz. Hauptsächlich schützen die jeweiligen Häutchen die Zellkerne vor oxidativen Prozessen (deshalb Antioxidant). Was für die Weiterverbreitung von Pflanzen sehr wichtig ist. Da sich nur aus intakten Samen auch wirklich neue Pflanzen entwickeln können.

Die Hauptwirkung der OPC oder ihrer Metaboliten liegt in ihrer antioxidativen Eigenschaft.  Das bisher stärkste beschriebene OPC-Antioxidant ist unter Laborbedingungen 18,4 mal so stark wie Vitamin C und 50 mal so stark wie Vitamin A.